Das Jahr 2020 war sicherlich nicht nur für das Gesundheitswesen das außer-gewöhnlichste Jahr in den letzten sie-ben Dekaden und die Verwerfungen sind für die gesamte Volkswirtschaft erst in Ansätzen erkennbar. Während andere Wirtschaftszweige in ihrem Betrieb durch Einschränkungen oder Schließungen stark limitiert wurden, sind die Krankenhäuser eine tragende Säule in der Pandemie. Die wirtschaft-lichen Konsequenzen für das deutsche Krankenhaussystem mit seinen vielfälti-gen Strukturen sind sehr heterogen. So notwendig und richtig die verabschie-deten finanziellen „Rettungsschirme“ seitens des Bundesgesundheitsminis-teriums auch waren, die pauschalen Erstattungsregelungen für Leerkapa-zitäten, zusätzliche Intensivbetten mit Beatmungsgeräten sowie die Kosten für persönliche Schutzausstattung führten häufig zu Verwerfungen.
Die Analyse der realen Kosten der Pandemie im Jahr 2020 sind deshalb sowohl für die Gestaltung von weiteren Vergütungssäulen im Gesamtsystem als auch für die zukünftige interne Steue-rung eines Krankenhauses eine wichtige Grundlage.
Ziele für eine realitätsgetreue Kos-tenkalkulation in den unterschiedlichen Phasen sind u. a.:

  • Reale Kosten für die Versorgung von COVID 19 Patienten auf Fall-, Abteilungs- und Hausebene aufgrund des zusätzlichen betrieblichen, prozessualen und investiven Aufwands im Zeitver-lauf feststellen
  • „Freihalteaufwand“ für Leer- und Vor-bereitungsbetrieb für mögliche Pandemiehochphasen analysieren
  • Erzielte Unter-/Deckungsgrade in den einzelnen Phasen der Pandemie in Relation zu den Ausgleichszahlungen durch die verschiedenen Rettungsschirme evaluieren
  • Auswirkungen der budgetären Verschiebungen durch PpSG beleuchten

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Hierzu wurde ein Stufenkonzept mit drei Optionen entwickelt, wobei alle auf der Kalkulationsmethodik des InEK basieren und eine schrittweise Verfeinerung der Kostenträgerrechnung bedeuten:

  • Stufe 1:
    Die Kosten der Pandemie je DRG werden aus einer „Differenzbetrachtung“ zwischen den Daten 2020 und den Vorjahresdaten 2019 hergeleitet. Für eine Ganzjahresbetrachtung erlaubt dieser basierend auf dem tatsächlichen Leistungsgeschehen eine Ableitung direkter mit der Pandemie zusammenhängender Kosten sowie indirekter in Folge von Leistungsrückgängen und Leerständen.

  • Stufe 2:
    Angelehnt an die Vorgaben des InEK wird eine zeitlich differenzierte Zuordnung der Kosten auf „Phasenebene“ vorgenommen

    1. „Prä-Corona“ von Januar bis Februar 2020
    2. „Pandemievorbereitungsphase“ mit Behandlung von COVID 19, nicht auf-schiebbaren elektiven Patienten und Notfallpatienten von März bis September 2020 mit unterschiedlichen Erlöspauschalen
    3. „Parallelbetrieb“ von Corona-, Elektiv- und Notfallpatienten von Oktober bis Dezember 2020

  • Stufe 3:
    Den höchsten Detaillierungsgrad bietet die Verfeinerung der In-EK-Methodik auf „Monatsscheiben“.

Die Ungewissheit über die zusätzlichen Budgetsäulen im System sowie die Geschwindigkeit des Zurückgewinnens von Patientenströmen erhöht die Komplexität in der Steuerung der Kliniken erheblich. Unter diesen Rahmenbedingungen gilt es, handlungsfähig zu bleiben und durch eine interne Transparenz nachvollziehbare Managemententscheidungen zu treffen. Gleichzeitig ermöglicht eine fundierte Analyse zu den realen Kosten der Pandemie eine verbesserte Argumentation gegenüber den externen Stakeholdern auf Landes- und Kassenebene sowie den eigenen Aufsichtsgremien.

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